Der beste Lehrer der Welt

Eine Komödie über Pisa?

 

ZDF-Fernsehfilm, 25.09.2006, 90min

 

Autor Dieter Bongartz über sein Drehbuch

Zwischen Elbhochwasser, Vogelgrippe, Ekelfleisch - irgendwann stand es immer wieder auf dem Programm: Pisa 1, Pisa 2, Pisa 3 ... Und Deutschland immer am Abgrund. Ein paar Wochen lang wurde das Stück gegeben, und alle haben alles ganz oft gesagt, ehe das Thema verschwand wie alle anderen auch. Abgefrühstückt. Medial und politisch erledigt. Aber was wurde verändert?

 

Im Zeitalter der Globalisierung entscheiden in Deutschland nach wie vor Minister in Erfurt oder Saarbrücken über die Bildung ihrer Landeskinder. Immer noch werden fast alle Kinder mit gerade mal zehn Jahren auf die verschiedenen Schultypen verteilt und damit wird Wesentliches für ihre Zukunft entschieden. Immer noch sind Familie, Wohnort, Bundesland zentrale Faktoren für die Schul- und die sich anschließende Lebenslaufbahn. Keiner wagte einen wirklichen Neuanfang.

 

Es ist ein Trauerspiel
Es ist ein Trauerspiel. Und lächerlich. Zum Lachen. Es ist auch verkrampft. Vorurteilsbeladen. Ängstlich und eng. Vielleicht kann Lachen Verkrampfungen lösen. Vielleicht ... 
 
Jedenfalls wollte ich am Beispiel der Pisadiskussion eine Komödie schreiben über die deutsche Gesellschaft, die sich oft viel zu ernst gebärdet und dabei so gern so viel beim schlechten Alten lässt.

 

Modellfall für die ganze Republik

Mit einem Anti-Helden, einem Noten und Anpassung verweigernden Gesamtschullehrer, dem sein Leben lang vorgeworfen wurde, dass er alles, aber auch wirklich alles, ganz falsch gemacht und in seinem Beruf versagt hat. Ausgerechnet er wird unversehens zum Modellfall für die ganze Republik. Einer, der alles ganz anders macht! Der tut, was alle verhindern wollen! Durch ihn und mit ihm will sich das sieche Land kurieren?

Da wird er zum Eulenspiegel, führt die opportunistische, auf den Tag und den Tageserfolg schielende Gesellschaft an der Nase herum und hält ihr den Spiegel vor.


Gesamtschullehrer Gustav Kilian (Uwe Ochsenknecht) ist im Film kein Liebhaber von Schulbürokratie und Ähnlichem. Für ihn sind das nur tote Pferde.

 

Die Sache mit dem toten Pferd 
 
Weisheiten aus dem Internet 
 
Eine uralte Weisheit der Dakota-Indianer lautet: "Wenn du entdeckst, dass du ein totes Pferd reitest, steig ab." Doch statt dieser Empfehlung nachzukommen, werden im Berufsleben meist andere Strategien angewandt. Nachfolgend einige Beispiele:

 

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Wir besorgen eine stärkere Peitsche.

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Wir wechseln die Reiter. Wir sagen: "So haben wir das Pferd schon immer geritten." - Wir besuchen andere Orte, um zu sehen, wie man dort tote Pferde reitet.

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Wir bilden eine Task-Force, um das tote Pferd wiederzubeleben.

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Wir ändern die Kriterien, die besagen, wann ein Pferd tot ist.

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Wir kaufen Leute von außen ein, um das tote Pferd zu reiten.

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Wir machen Mittel locker, um die Leistung des toten Pferdes zu erhöhen.

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Wir machen eine Studie, um zu sehen, ob es billigere Berater gibt.

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Wir richten eine unabhängige Kostenstelle für tote Pferde ein.

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Wir vergrößern den Verantwortungsbereich für tote Pferde.

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Wir erstellen eine Präsentation, in der wir aufzeigen, was das Pferd könnte, wenn es noch leben würde.

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Wir tauschen das tote Pferd gegen eine tote Kuh aus.

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Wir integrieren in einer neuen Abteilung alle toten Pferde um Synergien zu nutzen.

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Wir starten ein Restrukturierungsprogramm, damit ein anderer Bereich das tote Pferd bekommt.

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Wir stellen dem Reiter eine Beförderung in Aussicht.

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Wir ordnen Überstunden für Reiter und Pferd an.

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Wir schließen mit dem Reiter eine Zielvereinbarung über das Reiten toter Pferde.

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Wir organisieren regelmäßige Teamgespräche mit einem externen Supervisor, um die Kommunikation zwischen Reiter und totem Pferd zu verbessern.

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Wir schlagen dem Personalrat vor, Leistungsanreize für tote Pferde einzuführen.

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Wir setzen den Reiter um und schreiben die Stelle verwaltungsintern aus.

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Wir stellen fest, dass die anderen auch tote Pferde reiten und erklären dies zum Normalzustand.

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Wir beauftragen eine renommierte Beratungsfirma mit einem Gutachten, ob es billigere und leistungsfähigere tote Pferde gibt.

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Das Gutachten stellt fest, dass das tote Pferd kein Futter benötigt und empfiehlt, nur noch tote Pferde zu verwenden.

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Wir überarbeiten die Dienstanweisung für das Reiten toter Pferde.

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Wir verklagen das tote Pferd zivilrechtlich auf Schadensersatz wegen Nichterbringung einer zugesicherten Leistung.

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Wir erklären, dass ein totes Pferd von Anfang an unser Ziel war.

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Wir stellen das tote Pferd bei jemand anderem in den Stall und behaupten, es sei seines.

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Wir beschäftigen externe Berater, die erklären, wir müssten Personal entlassen, um das tote Pferd preiswerter zum Traben zu bringen.

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Wir leugnen, jemals ein Pferd besessen zu haben.

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Quelle: ZDF-Homepage, 25.9.2006


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