Pädagogik

Das besondere Lernen

 

2 DVDs mit 8 Filmen zu je 30 Minuten

 

Neun von 100 Deutschen sind behindert. Einige von ihnen mehrfach und besonders schwer. Die Art der Behinderung kann sehr unterschiedlich sein: Blind, taub, bewegungsunfähig, stark geistig behindert oder autistisch. In der Reihe "Das besondere Lernen" werden mehrere behinderte Kinder und Jugendliche porträtiert, werden die schulischen und außerschulischen Anstrengungen dokumentiert, mit diesen jungen Menschen umzugehen, sie zu fördern und zu integrieren.

 

 

 

Ich möchte mich ganz normal fühlen -

Die 18-jährige Katharina

 

Katharina, 18 Jahre, ein griechisches Mädchen, in Deutschland geboren, lebt in Lahnstein und besucht die Berufsfachschule in der Landesblindenschule. Nach der Mittleren Reife geht sie nach Marburg, um Abitur zu machen. Katharina hat mit acht Jahren ihr Augenlicht verloren. Wir begleiten Katharina durch ihren Alltag: Sie hilft im Restaurant ihrer Eltern, kauft alleine ein, geht mit ihrer Freundin ins Kino, in Kneipen und in die Schule. Wie orientiert sie sich? Wie erlebt sie ihre Umwelt? Wie sieht sie ihre Lebensperspektive aus? In einem Rückblick erlebt der Zuschauer, wie Blinde lernen, sich auf der Straße zu bewegen, wie sie zu einem Ziel kommen und wie es gelingt, z.B. Zahnpasta auf eine Zahnbürste aufzutragen, mit Messer und Gabel umgehen etc.. Wie lernt man als blinder Mensch lesen und schreiben? Im Mittelpunkt des Rückblicks steht Daniela aus der zweiten Klasse, geburtsblind, acht Jahre alt. So alt war Katharina, als sie erblindete und die Welt neu lernen musste.

 


Wenn das Sprechen klemmt

 

Sandra, 13, begann zu stottern, als sie vier Jahre alt war und sich ihre Eltern scheiden ließen. Sie schämte sich ihres unflüssigen Sprechens und hätte am liebsten gar nichts mehr gesagt. Da sich das Stottern nicht besserte, ließ Sandra sich für 18 Wochen von ihrer Heimatschule beurlauben um an einer Stotterer-Intensiv-Therapie für Jugendliche teilzunehmen. Christopher, 15, begann zu stottern, als sein Vater schwer erkrankte. Die Symptomatik verstärkte sich, als sein Vater zwei Jahre später starb. Sämtliche Therapien brachten nur eine kurze Besserung. Christophers extrem starkes Stottern belastete ihn sehr. Da der Leidensdruck unerträglich wurde, entschied er sich ebenfalls zur Intensiv-Therapie. Wie Sandra und Christopher sind etwa 5% aller Kinder und 1% der Erwachsenen vom Stottern betroffen. Die Sprechstörung beginnt meist im Alter zwischen 2 und 5 Jahren. Man vermutet eine genetische Veranlagung zum Stottern, aber auch Ängste spielen eine Rolle. Der Film begleitet die beiden Jugendlichen bei ihrer Therapie am Sprachheilzentrum Ravensburg. Der Sprachtherapeut Frank Herziger geht den Ursachen des Stotterns nach, arbeitet Tag für Tag mit den Jugendlichen an den Symptomen und legt viel Wert auf psychologische Betreuung und auf das Zusammenleben in der Gruppe. Eine Arbeit, die bis in die Wurzeln der Persönlichkeit geht.

 


Aber Spaß hab' ich doch - Der 13-jährige Bruce

 

Bruce, Tetra-Spastiker, kann nicht laufen und sitzt im Rollstuhl. Er hat große Koordinationsprobleme mit seinen Händen und Beinen, ist jedoch immer gut gelaunt und sehr kommunikativ. Bruce lebt ganztägig in einem Zentrum für Körperbehinderte in Landstuhl. Sein größter Wunsch ist es, einmal in einem Basketballteam zu spielen. Wir beobachten ihn als Zuschauer bei einem Basketballspiel der 1. Bundesliga und begleiten ihn in der Schule, die für Bruce nicht nur Lern-, sondern auch Lebensstätte ist. Zuhause lebt er allein mit seiner Mutter. Sie und sein bester Freund bringen ihn auf andere Gedanken, öffnen seinen Aktionsradius und nehmen ihn beispielsweise mit in die Stadt, so dass er häufig unter Menschen ist. Auch die Schule öffnet sich. Die Klassenlehrerin geht mit Bruce und seinen sechs körperbehinderten Klassenkameraden regelmäßig einkaufen, oder alle besuchen kulturelle Einrichtungen wie die Pfalzgalerie in Kaiserslautern. Der Film zeigt die therapeutischen Bemühungen fern von zuhause, wo sich Bruce zu einer Kur aufhält: die bekannt gewordene Petö-Therapie aus Ungarn und die Manualtherapie mit Akupressur, die für Bruce erstaunliche Fortschritte bringt. Der russische Arzt, der mit Bruce arbeitet, erläutert seine Erfolgsmethode, spricht über Spastik und die Heilungschancen.

 


Denn die Seele kennt kein Koma - Die 17-jährige Lena

 

Blind, körper- und geistigbehindert, zuckerkrank und im Wachkoma – das ist Lena. Mit zwei Jahren erkrankte sie an einer tuberkulösen Meningitis und fiel ins Koma. Seither lebt sie unter der Woche in einem Heim in Neuwied, am Wochenende bei ihren Eltern. Der Film begleitet Lena durch ihren Alltag in der Klasse, im Internat und zuhause. Im Mittelpunkt des Films steht neben dem Lernen auch die "Basale Stimulation" in mehreren Variationen: Snoozelraum, Klangwiege, Rummelkiste, Wasserbett, Gedichtrezitation etc.. Mit ihr werden Kinder wie Lena, die kaum eigenaktiv sein können, sensorisch angesprochen. Der Film zeigt, wie ein mehrfach schwerbehindertes Mädchen wie Lena intensiv betreut werden kann. Er unterstreicht das Recht eines Menschen auf Lernen und würdigt die Anstrengungen der Betreuerinnen. Diese kommen ebenso zu Wort wie die Eltern, die über die Verarbeitung eines solchen Schicksalschlags sprechen, und die Experten, die Therapiemöglichkeiten beschreiben. [mehr]

 


Wenn Lesen und Schreiben zur Qual wird

 

Thorsten, 11, findet "Deutsch" nicht so gut. Wenn er früher mit seiner Mutter für die Schule übte, schrieb er oft das gleiche Wort in fünf verschiedenen Varianten falsch. Auch bei Mathias, 14 lief etwas nicht so, wie es seine Mutter erwartet hatte: als das erste Schuljahr vorbei war, hatte er immer noch nicht Lesen und Schreiben gelernt. Die Lehrer waren ratlos, die Eltern verzweifelt. Sie suchten Hilfe und waren fast erleichtert, als endlich die Diagnose für das Versagen feststand: Legasthenie. Rund 5 % der Grundschulkinder haben Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens und der Rechtschreibung. Mit Intelligenz hat dies gar nichts zu tun - es handelt sich um eine Lese-Rechtschreib-Störung, für die viele Faktoren verantwortlich sein können: zum Beispiel eine mangelnde Verarbeitung der akustischen oder visuellen Reize im Gehirn. Da Legasthenie familiär gehäuft auftritt, wird von einer genetischen Disposition ausgegangen. Bleibt die Störung unerkannt oder unbehandelt, kann auch die Seele Schaden nehmen. Dies ist bei etwa 40 Prozent der Kinder mit Legasthenie der Fall, weil sie - menschlich oder fachlich - nicht richtig behandelt werden. Was tun, wenn ein Kind nicht gut lesen und schreiben lernt? Wenn der Besuch beim Ohren- und Augenarzt das Problem nicht beseitigen konnte und das Kind zu leiden beginnt? Die Sendung geht den Ursachen der Lese-Rechtschreib-Störung nach und stellt eine Reihe von Therapien vor. Welche Therapie die richtige ist, muss im Einzelfall geprüft werden, denn bei jeder Person ist die Legasthenie anders ausgeprägt. Auch wenn sie nie hundertprozentig "geheilt" werden kann, so kann sie doch gemildert und gemeistert werden.

 


Wege aus der Stille - Gehörlose unter uns

 

"Ich höre nichts, ich spüre Schwingungen auf der Haut, aber hören kann ich gar nichts". Tatjana, 21, ist gehörlos geboren. Ihr Freund Krešo, 26, wurde mit eineinhalb Jahren nach einer Ohrenentzündung und einer erfolglosen Operation taub: "Harte Schläge, laute Schreie kann ich hören. Aber ich kann nichts verstehen." Tatjana und Krešo gehören zu den rund 80.000 Gehörlosen und 100.000 Hörgeschädigten in der Bundesrepublik. Beide machen eine Ausbildung als Mediengestalter in der Paulinenpflege in Winnenden bei Stuttgart. Dort wird mithilfe der Gebärdensprache kommuniziert. Auch außerhalb ihrer Ausbildung leben Tatjana und Krešo fast ausschließlich in der Welt der Gehörlosen. Anders Gabi Braig, 40, ebenfalls gehörlos. Sie ist Gebärdensprachlehrerin und hat zwei hörende Söhne und fühlt sich auch in der hörenden Welt zu Hause. Heute ist Gehörlosigkeit nicht in allen Fällen ein unabwendbares Schicksal. Es gibt Hörhilfen, die den Weg in die Welt der Hörenden frei machen können. Eine revolutionäre Entwicklung ist das Cochlear-Implantat. Ein Chip und 22 Elektroden werden nahe am Hörnerv eingepflanzt und ermöglichen einen differenzierten Höreindruck. Der Film dokumentiert die mehrstündige Operation an der Universtitätsklinik Freiburg. Jan, 15, hat eine solche Hörhilfe und besucht heute ein Regel-Gymnasium in Weil am Rhein. Er hat es geschafft, den Weg aus der Stille zu finden. 

 


Kein Mensch ist eine Insel - Autistische Kinder


Viktoria, neun Jahre, Autistin. Das Mädchen lebt in einem Heim für Geistigbehinderte in der Südpfalz, ihre eineiige Zwillingsschwester Katharina, ebenfalls Autistin, in einem Kölner Heim, ihr elfjähriger Bruder David mit autistischen Zügen geht in eine Integrierte Gesamtschule. Der Film dokumentiert das Leben der drei Kinder in den Einrichtungen und zu Hause, wenn sie – was selten der Fall ist – alle in der Familie vereint sind.

 


Nicht nur für Brot allein - Behinderte finden einen Arbeitsplatz

Der Film schildert den Weg von jugendlichen Behinderten ins Berufsleben und ihren beruflichen Alltag. Er porträtiert drei Personen: eine Rollstuhlfahrerin bei Daimler-Chrysler, einen geistig behinderten jungen Mann in einer Lebenshilfe-Werkstatt und die Ausbildung einer Behinderten in einem Berufsbildungswerk. [mehr]


© SWR 2003 / 2006


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